Wenn Angst laut wird – warum Angst annehmen mehr hilft als kämpfen

Hand aufs Herz: Angst hat einen ziemlich schlechten Ruf.

Kaum taucht sie auf, wollen wir sie am liebsten sofort loswerden. Weg damit. Bitte nicht heute. Und schon gar nicht jetzt.

Doch was wäre, wenn Angst gar nicht unser Feind ist?

Was, wenn sie eher wie ein überfürsorglicher Bodyguard ist – einer, der viel zu früh Alarm schlägt? Der schon den Regenschirm auspackt, wenn am Horizont nur ein einziges Wölkchen auftaucht?

Angst möchte uns schützen. Das ist ihr Job. Nur manchmal ist sie dabei etwas übereifrig.

Wenn wir beginnen, Angst annehmen zu lernen statt sie zu bekämpfen, verändert sich etwas. Wir kommen aus dem inneren Kampf heraus – und finden zurück in die Verbindung mit uns selbst.

Angst annehmen – aber wie?

Angst annehmen bedeutet nicht, ihr das Steuer zu überlassen. Es bedeutet, ihr zuzuhören. Sie zu benennen. Und dann behutsam weiterzugehen.

Zwei Wege haben sich für mich dabei besonders bewährt: der Atem – und der Duft.


Ein kleiner Duftanker für stürmische Momente

Unsere Nase hat eine direkte Verbindung zu den Bereichen im Gehirn, die für Gefühle und Erinnerungen zuständig sind. Deshalb können Düfte uns oft schneller erreichen als tausend kluge Gedanken.

Wenn Angst oder innere Unruhe auftauchen, greife ich gerne zu ätherischen Ölen. Ihr Duft kann dabei helfen, einen Moment innezuhalten – und wieder bei sich anzukommen.

Meine drei Begleiter dabei:

Lavendel – der Klassiker für mehr Ruhe, Zuversicht und Weichheit

Bergamotte – mein persönlicher Stimmungsaufheller mit sonnigem Zitrusduft

Weihrauch – wenn der Kopf laut und voll ist und ich wieder bei mir ankommen möchte

Probiere es einmal aus: Gib einen Tropfen deines Lieblingsöls auf die Handflächen, verreibe es sanft und halte die Hände vor die Nase. Atme langsam ein und aus – nicht mit dem Ziel, die Angst wegzuatmen. Sondern mit der Einladung, dich selbst wieder zu spüren.

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Die 60-Sekunden-Bodenhaftungs-Übung

 

Angst liebt Gedankenkarussells. Der Körper hingegen lebt immer im Hier und Jetzt.

Deshalb kommt hier eine einfache Übung, die dir hilft, Angst annehmen zu üben – ohne in ihr zu versinken:

1.  Stelle beide Füße fest auf den Boden.

2.  Spüre den Kontakt deiner Fußsohlen mit der Erde.

3.  Beuge die Knie leicht und verlagere dein Gewicht langsam von rechts nach links.

4.  Atme dabei ruhig und frage dich: Was trägt mich gerade in diesem Moment?

Vielleicht bemerkst du: Der Boden trägt dich. Der Stuhl hält dich. Dein Atem fließt. Dein Herz schlägt.

Und vielleicht merkst du auch: Genau jetzt bist du sicher.

Diese kleine Übung dauert weniger als eine Minute – und kann erstaunlich viel verändern.

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Angst annehmen heißt nicht: Angst haben müssen

 

Wir leben in einer Welt, die uns oft vermittelt, wir müssten immer mutig, stark und positiv sein.

Doch wahre Stärke entsteht nicht dadurch, dass wir keine Angst haben. Sie entsteht, wenn wir lernen, freundlich mit ihr umzugehen. Sie zu benennen, zu beachten – und anzunehmen.

Wenn wir unsere Ängste teilen, werden sie kleiner. Das durfte ich diesen Monat mehrfach in Einzelstunden erleben. Und ich freue mich jedes Mal über die Rückmeldungen dazu – danke an alle, die so mutig sind, ihre Themen anzugehen.

Denn nicht der ist mutig, der etwas tut, was ihm leichtfällt. Mutig ist, wer seine bisherige Komfortzone verlässt – auch in den kleinen Momenten des Alltags. Wenn man etwas bereits Zugesagtes wieder absagen muss. Wenn man sich selbst liebevoll zuwendet. Wenn man klar Nein sagt.

Es sind nicht nur die großen Momente. Es sind die vielen kleinen Schritte.

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Ein stiller Gedanke zum Mitnehmen

Angst darf da sein.

Und gleichzeitig darfst du lernen, ihr nicht mehr das Steuer zu überlassen. Angst annehmen bedeutet: Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug. In deinem eigenen Tempo.

Wenn dich dieses Thema berührt und du neugierig bist, wie ätherische Öle, Körperwahrnehmung und innere Arbeit dich auf deinem Weg unterstützen können – begleite mich gerne weiter.

Es gibt noch so viele Möglichkeiten zu entdecken, wie wir unserem Nervensystem Sicherheit schenken und mehr Leichtigkeit in den Alltag einladen können.

Und vielleicht beginnt alles mit einem einzigen Atemzug.

Danke für deine Zeit und dein Interesse. Hab eine für dich stimmige Zeit und sei behütet, bis wir uns wiedersehen.

Herzensgrüße
Anita

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